Die Geschichte unseres Hauses

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Im August 1868 legte Maurermeister Ferdinand Härtel einen Entwurf zur Erbauung eines Wohngebäudes für Herrn Kaufmann Eduard Eder vor. Standort war ein Grundstück an der Amtsstraße (heute Hradschin 10). Dieser Entwurf entsprach in Grund- und Aufriss weitgehend dem Idealtyp Semperscher Villenbauten. Er enthält eine zentrale Halle, die vom Erdgeschoss bis in den Dachraum reichte, um von dort über ein Oberlicht belichtet zu werden. Die Halle war hinterlagert durch eine repräsentative 2-läufige Treppe. Die Fassaden waren in edlen Formen einer schlichten Renaissancearchitektur gedacht und durchweg symmetrisch aufgebaut.

 

Nach bereits erfolgter Baugenehmigung ließ Eder den Entwurf modifizieren und damit die Nutzung des Gebäudes rationalisieren durch Verlegen der Treppe an die Gebäude- ecke und Verzicht auf die zentrale Halle. Auf die Attika und das Oberlicht wurde ebenfalls verzichtet. Die Grundstruk- turen blieben jedoch erhalten. Dieser neue Entwurf wurde 1869/70 realisiert.

 

Damit entstand in markanter städtebaulicher Stellung die wohl schönste Plauener Stadtvilla. Über einem mit Granitbossen gegliederten Kellergeschoss erheben sich ein rustiziertes Erdgeschoss (Parterre) und, jeweils durch hohe Gurtgesimse getrennt, zwei Obergeschosse, über denen mit mächtigem Konsolgesims das Walmdach lagert.

 

Alle Gesimse und die vollendet gestalteten Fenstergewände, Verdachungen, Konsolen, Schmuckgiebel usw. sind aus gutem Sandstein gefertigt. Der straßenseitige Mittelrisalit ist weit vorgezogen. Er schmückt sich mit dem dreigekop- pelten Fenstermotiv, wobei das Mittelfenster erkerartig vorgezogen ist und im 2. Obergeschoss mit einem von zwei Karyatiden getragenen Tympanon abschließt. Einzelne Profile, die Rosetten, die Kämpferplatten der Karyatiden und der Schmuck des Tympanonfeldes waren vergoldet.

 

Im Innern wurden im 1. Obergeschoss Stuckdecken in Feldergliederung ausgeführt. 1933 erfolgte der Umbau des Hauses Oertelschen Klinik, wobei die Eingangstreppe verändert und ein Vorbau ausgeführt wurde.

 

Von Januar bis Ende Dezember 1999 wurde die Villa um- fassend saniert und rekonstruiert. Es wurde alles wieder nach historischem Befund hergerichtet, z. B. die Fassaden- vergoldung, die Stuckdecken und auch das Treppenhaus erhielt seine originale Farbigkeit aus der Erbauungszeit. Selbst die originale Raumstruktur des Hauses wurde weitgehend wieder rekonstruiert. Dabei wurden störende Einbauten und Zwischenwände entfernt, um die pracht- vollen Haupträume wieder neu zu erschaffen.